Grußwort des Niedersächsischen Ministers für Inneres und Sport: Boris Pistorius                                        


Zivilcourage geht uns alle an. Sie ist für unsere demokratische, freiheitliche Gesellschaft unverzichtbar, aber sie ist nur vorhanden, wenn wir sie selbst leben und umsetzen.

Im Alltag sind wir alle gefordert; zum Beispiel, wenn im Bus oder in der Bahn jemand bedroht wird. Es gilt hier, entschlossen und mutig zu handeln, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu begeben. Wir sollten gemeinsam mit anderen Fahrgästen den Täter zurückweisen und die Polizei verständigen. Leider schauen viel zu viele Menschen weg und trauen sich nicht, den ersten Schritt zu machen.

Zivilcourage fängt bei jedem Einzelnen an. Wer von einer Straftat erfährt, zum Beispiel aus seinem Bekanntenkreis oder aus den Medien, sollte sich deshalb direkt fragen: Was würde ich in dieser Situation tun? Würde ich handeln? Würde ich selbst helfen? Würde ich Polizei oder Rettungskräfte alarmieren?

Klar ist aber eines: Alles ist besser, als die Augen zu verschließen oder mit den Schultern zu zucken. Denn spätestens, wenn wir selbst einmal bedroht werden sollten, wünschen wir uns, dass unsere Mitmenschen nicht einfach wegsehen, sondern eingreifen.

Ich begrüße deshalb sehr das Engagement der Goslarer Zivilcouragekampagne.

Sie wurde vor fünf Jahren gegründet, um allen Bürgerinnen und Bürgern bewusst zu machen, wie wichtig Zivilcourage ist. Die Initiatoren der Kampagne um Günter Koschig haben im vergangenen Jahr für ihren großen Einsatz sogar den Förderpreis der Stiftung Kriminalprävention in Münster erhalten. Dazu gratuliere ich herzlich!

Als Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport möchte ich die Initiatoren dazu ermutigen, ihr Engagement weiter fortzusetzen. Die Goslarer Zivilcouragekampagne leistet einen wichtigen Beitrag dazu, ein solidarisches Miteinander zu gewährleisten und eine Kultur des Hinschauens zu schaffen.